12. May
2020

Clubabend im Mai

 

12.05.2020 19:00 bis 22:00
Ort: Hotel Bayerischer Hof, Schuhstraße 31, 91052 Erlangen

 

Vortragsabend zum Thema „Dalits in Indien – alles, was Recht ist“
Referentin: Diplom Geografin Manuela Ott

In Indien leben etwa 201 Millionen Dalits („Die Gebrochenen“) – früher Unberührbare genannt. Noch heute werden sie häufig auf Grundlage des hinduistischen Kastensystems ausgegrenzt, weil sie nach den heiligen Schriften des Hinduismus als unrein gelten.
Folge ist eine anhaltende Diskriminierung von Dalits im Alltag. Sie werden als zuständig für die Entsorgung von Müll und Kadaver angesehen, dürfen in vielen indischen Dörfern keine öffentlichen Wasserquellen benutzen und verdienen für gleiche Arbeit weniger Geld. Unter einer doppelten Diskriminierung leiden die Dalit-Frauen: Immer wieder kommt es zu Vergewaltigungen, Angriffen und auch Morden.
Das alles geschieht, obwohl „Unberührbarkeit“ und jede Form von Diskriminierung nach dem indischen Gesetz seit der Unabhängigkeit Indiens 1950 als abgeschafft gelten. Es existieren Gesetze und staatliche Programme zum Schutz von Dalits, diese werden aber auch von indischen Behörden häufig nicht umgesetzt.

Nach Artikel 17 des indischen Gesetzes ist „Unberührbarkeit“ seit 1950 abgeschafft. Es gibt zahlreiche Gesetze zum Schutz von Dalits vor Diskriminierung und Ausbeutung. Darüber hinaus gibt es staatliche Programme, um die ökonomische Situation von Dalits zu verbessern. Doch in vielen Teilen der Bevölkerung ist das Kasten-Denken tief verwurzelt. Selbst einige Behörden setzen die Gesetze nicht um. Deshalb ist nach Übergriffen, sexueller Belästigung oder alltäglicher Diskriminierung oftmals für die Opfer kaum mit Hilfe durch die Polizei zu rechnen. Vor diesem Hintergrund beschäftigt sich der Vortrag mit der (rechtlichen) Situation von Dalits.

Zur Referentin:
Als diplomierte Geografin arbeitet Manuela Ott seit 1999 im Bereich Entwicklungszusammenarbeit. Nachdem sie mit dem Deutschen Entwicklungsdienst für zwei Jahre in Burkina Faso gearbeitet hat, war sie 12 Jahre für Misereor, dem Bischöflichen Hilfswerk, tätig. Dort hat sie sich seit 2005 zunächst im Indien-Team intensiv mit dem Thema „kastenbasierte Diskriminierung“ befasst, seit 2008 dann im Länderbereich Bangladesch und Nepal. Seit 2014 koordiniert das Netzwerk Dalit Solidarität in Deutschland.





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