Augen der Ukraine

Ein Projekt von Soroptimist International Erlangen zur Unterstützung von ukrainischen Flüchtlingen zur Bewältigung des Erlebten im Krieg und auf der Flucht für die Geschichte unserer Zeit.

 

Menschen, die vor dem brutalen Krieg in der Ukraine fliehen, haben Dinge erlebt, die niemand von uns sich auch nur vorstellen möchte. Diese Menschen sind Zeitzeugen eines Angriffs auf ihr friedliches Land und mussten die Heimat, ihr ganzes Leben vor allem aber ihre Lieben von heute auf morgen verlassen. Sie waren der Brutalität des Krieges am eigenen Leib und an der eigenen Seele ausgesetzt. Sie sind diejenigen, die davon am besten berichten können. Nach dem Krieg werden solche Augenzeugenberichte äußerst wichtig sein und zur Oral history gehören. Wenn man ihre Geschichten hört, lässt das niemanden unbewegt.

Swetlana ist mit ihrer Mutter aus der Nähe von Kiew geflohen. Sie wohnten nur weniger Kilometer von Irpen / Butscha entfernt.

Heute zeigte sie ihre Hände und sagte, jetzt sähen sie wieder wie früher aus. Am Anfang habe sie bei Minusgraden mit anderen Molotowcocktails vorbereiten. Die Haut sei zu einer einzigen Kruste geworden. Man habe den Frauen am Anfang auch gezeigt, wie man Molotowcocktail wirft, nur hätten sie immer falsch geworfen, aus dem Schulterbereich am Kopf vorbei. So geht es aber nicht, erklärte man ihnen, die Flaschen brennen und werden so auch die Haare in Brand stecken, seitlich von sich weg müsse man sie werfen. Als kein Stoff mehr für die Lunte übrig war, blieb nur die Lieblingsbluse. Nur eine Sekunde zögerte Swetlana, und schon reißt sie das schöne Stück in Streifen und stopft die Flaschen damit. Ein paar Tage später, als sie ihrem Mann Medikamente durch die ganze Stadt zu Fuß bringen will, erkennt sie ihre Bluse wieder: in den Molotowcocktail-Flaschen. Nun ist sie glücklich, etwas für die Verteidigung ihrer Heimat getan zu haben.

Swetlana spricht aus dem Herzen heraus und sagt, wie gut ihr das Gespräch getan habe, wie gut jetzt ihre Stimmung sei, jetzt sei sie wieder auf der Spitze des Eisbergs, obenauf und nicht mehr unten.

Solche Menschen wollen wir portraitieren, Geschichten aufzeichnen und zu Papier bringen, ein Buch daraus machen oder auch eine Ausstellung.

Unterstützt wird das Projekt von der Bürgerstiftung Erlangen, der wir bereits jetzt ganz herzlich dafür danken.




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